dreher + partner

26.03.2018

Bauvertrag: „Weiße Wanne“ ist klar definiert. Abweichungen hiervon (Abweichung von WU-Richtlinie) stellen technische Mängel dar

In Baubeschreibungen findet sich oft der Hinweis, dass mit „WU-Beton“ gebaut wird oder eine „WU-Konstruktion“ umgesetzt wird, da der sog. Lastfall „drückendes Wasser“ vorliegt und meistens mindestens in der Form von aufstauendem Sickerwasser.

Bei einem solchen Lastfall gibt es allerdings rein technisch nur zwei Möglichkeiten mangelfrei zu bauen. Entweder unter Berücksichtigung der DIN 18195 Teil 6 oder unter Berücksichtigung der Vorgaben der sog. „WU-Richtlinie“.

So hat das OLG Stuttgart (Urteil vom 15.10.2015 – 13 U 33/15 (Nichtzulassungsbeschwerde zum Bundesgerichtshof wurde mit Beschluss vom 27.09.2017 zurückgewiesen)) richtigerweise entschieden, dass es sich bei der sog. WU-Richtlinie um allgemein anerkannte Regeln der Technik handelt. Der Unternehmer schuldet grundsätzlich als „Mindeststandard“ die allgemein anerkannten Regeln der Technik und mithin auch, bei dem Lastfall drückendes Wasser, entweder ein Abdichtungskonzept nach der DIN 18195 Teil 6 oder alternativ eine „Weiße Wanne“ unter Berücksichtigung der sog. WU-Richtlinie. Diese Bauart ist wissenschaftlich begründet, allgemein bekannt und hat sich bewährt und ist der WU-Richtlinie zusammenfassend beschrieben. Ebenfalls sind Reparaturen, das Verpressen von wasserführenden Rissen und Hohlstellen beschrieben. Insgesamt handelt es sich bei der in der WU-Richtlinie beschriebenen Bauweise um einen komplexen Bauablauf. Insofern sind Fugenausbildungen, Rissbreitenbegrenzungen, Nachbehandlung u.v.M. strikt einzuhalten.

Aus diesem Grunde handelt es sich bei jeder Abweichung von der WU-Richtlinie um einen Mangel. Jedem Bauunternehmer kann nur geraten werden von alternativen Ausführungen abzusehen.

 

Michael Ense
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht
Rechtsanwälte dreher + partner mbB, Ravensburg - Friedrichshafen

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