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19.02.2018

Balkone zählen nur zu 1/4

Das Landgericht Berlin hat mit Urteil vom 17.01.2018 (Az: 18 S 308/13) entschieden, dass – jedenfalls in Berlin – Balkone, Terrassen und Wintergärten nur zu 1/4 in die Berechnung der Wohnfläche einer Wohnung miteinfließen können.

Unter Berliner Privatvermieter war es bisher weit verbreitet, dass Flächen von Balkonen, Terrassen und Wintergärten zur Hälfte in der Wohnfläche Berücksichtigung fanden. Auch in Oberschwaben und insbesondere in Ravensburg ist diese Vorgehensweise gängige Praxis.

Im Wesentlich wird bei einer Größenberechnung einer Wohnung die seit 2004 anwendbare Wohnflächenverordnung zugrunde gelegt. Diese gilt zwar unmittelbar nur für den sozialen, preisgebundenen Wohnungsbau, wird aber entsprechend auch bei der Berechnung des freifinanzierten, also nicht preisgebundenen Wohnraums angewendet. Eigentlich kommt es bei der Berechnung der Wohnfläche von nicht preisgebundenem Wohnraum auf die örtliche Verkehrssitte an.

Die Wohnflächenverordnung sieht allerdings vor, dass Terrassen, Balkone und Wintergärten nur zu 1/4 angerechnet werden können, dass eine Berechnung mit der Hälfte nur dann zulässig ist, wenn etwa der Balkon oder die Terrasse besonders schön oder hochwertig ist, eine besonders gute Lage hat und dadurch die Wohnqualität entsprechend deutlich erhöht wird.

Der unterlegene Vermieter hat bereits Revision zum Bundesgerichtshof eingelegt. Karlsruhe wird also demnächst über die Frage zu entscheiden haben.

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Um Rechtssicherheit zu erlangen, kann Vermietern grundsätzlich nur empfohlen werden, Balkone, Terrassen und Wintergärten nur zu 1/4 in Ansatz zu bringen. Sind Balkone und Terrassen jedoch überdacht rechtfertigt sich unter Umständen auch die Berücksichtigung der Hälfte der Fläche.

 

Daniel Naleppa
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht
Rechtsanwälte Dreher + Partner mbB, Ravensburg – Friedrichshafen

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